Jörg Rubbert

Menschen am Meer

Vernissage am 4. Mai ab 17 Uhr | 05.05.2016 bis 28.05.2016

Fotografie

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Ausstellungsinformationen

Die langfristig angelegte Bilderserie von Jörg Rubbert entstand in einem Zeitraum von über 30 Jahren und spannt einen Bogen von den Promenaden und Stränden an Amerikas Ostküste über die Côte d’Azure bis hin zur Italienischen Riviera.         

Fotografieren bedeutet für Rubbert unterwegs zu sein im öffentlichen Raum als Flaneur mit der Kamera, immer auf der Suche nach dem entscheidenden Augenblick.

Die Farbaufnahmen aus der Serie "Menschen am Meer" zeigen einen humorvollen Blick und eine große Empathie für die kleinen menschlichen Schwächen – und stehen damit im besten Sinne in der Tradition der humanistischen Fotografie.     

"In keiner anderen Landschaft der Welt kann die alte utopische Idee eines entgrenzten paradiesischen Lebens so unmittelbar ihre Erfüllung suchen wie am Meer. Es ist der leere Raum, es ist die schier unendliche Fläche, welche die alte mystische Erfahrung der stillgelegten Zeit aufschimmern lassen.

Das Meer ist die Landschaft, die wie keine andere zu Tagtraum und Regression einlädt … Es ist die Erfahrung der 'Urmonotonie' (Thomas Mann), die an die Urmonotonie jenes anderen Wassers erinnert, in dem wir alle einmal still und selig gelegen haben.

Was zieht die Menschen ans Meer, an einen schmalen, öden Landstreifen, der in den Katalogen der Reiseveranstalter nach einer Begriffsskala von feinsandig bis grobkiesig ausdifferenziert wird?

Das Wasser selbst spielt dabei die allergeringste Rolle, jedenfalls an den südlichen Stränden. Schwimmen im eigentlichen Sinn wird nur von wenigen praktiziert, meist jüngeren, sportlich avancierten Besuchern. Ältere stehen im Hochsommer gern gruppenweise im flachen Wasser und tun das, was sie sonst auch tun: Sie unterhalten sich. Das eigentliche Strandleben ist Liegeleben: Hingestreckte Körper in Formationen, deren Ästhetik durch die farbige Linearität der Sonnenschirme bestimmt wird.

In alledem ist der Strand der phantasmagorische Gegenentwurf zum Leben im Alltäglichen, der ideale Ort einer "Freizeitgesellschaft", die sich, so der französische Soziologe Jean-Didier Urbain, als "Société de plage" konstituiert. Nie zuvor in der Geschichte haben so viele Menschen dem Luxus des Badens im Meer gefrönt, haben sich Wohlbefinden, Freiheit, Schönheit, Gesundheit und Erotik so sehr mit der Erfahrung des Meeres verbunden. Im historischen Rückblick … könnte dieses 'Meerleben' einmal als eine der großen sozialen Utopien einer untergegangenen Epoche erscheinen."

(Auszug aus dem Buch "Das Meer. Geschichte der ältesten Landschaft" von Prof. Dieter Richter, erschienen 2014 im Wagenbach-Verlag, Berlin – ISBN 978-3-8031-3648-0)   

Öffnungszeiten

Vernissage am 04. Mai 2016 ab 17:00 Uhr

Ausstellung vom 05. bis 28. Mai 2016

Öffnungszeiten nach Vereinbarung