Philine-Johana Kempf

Philine und das Flüssige Gold

Vernissage am 28. Mai um 18 Uhr | 28.05.2014 bis 27.06.2014

Im Programm: Malerei, Skulpturen, tragbare Kunst, Buchkunst, Installation, Performance

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Ausstellungsinformationen

Warum dieser Titel?

Das wertvollste Element scheint für unsere Menschheit das Wassser zu sein. In allem steckt H2O. Wir Menschen bestehen zu mehr als 70% aus Wasser. So ist die WasserGalerie der beste Ort einen Zyklus meines Lebens darzustellen. Da ich immer versucht habe dieses Element als ein freies Teilchen in meinem Leben einzubinden, verbindet es sich zur Menschheit allgemein und daher auch im Kontext zu den Religionen. Ich bin in einem unsichtbaren Spagat zwischen den Religionen geboren und direkt am Wasser.

Wenn Andere die Berge brauchen, Gipfel ersteigen, um eine traumhafte Sicht über das Ganze zu bekommen, bevorzuge ich die Anziehungskraft des Wellengangs, Ebbe und Flut, das Aufbäumen hoher Wellen, das Sinnliche sowie das Unberechenbare. Aufgrund der großen Bedeutung des Wassers wurde es nicht zufällig bei den frühesten Philosophen zu den vier Urelementen gezählt. Thales von Milet sah im Wasser sogar den Urstoff allen Seins. Wasser ist in der von Empedokles eingeführten und dann vor allem von Aristoteles vertretenen Vier-Elemente-Lehre neben Feuer, Luft und Erde ein Element.

Wasser ist in der taoistischen Fünf-Elementen-Lehre (neben Holz, Feuer, Erde, Metall) vertreten. Die Bezeichnung Elemente ist hier jedoch etwas irreführend, da es sich um verschiedene Wandlungsphasen eines zyklischen Prozesses handelt. Wasser hat verschiedene Orientierungen was zu unterschiedlichen (symbolischen) Strukturen führt.

So setzt sich meine Arbeit zusammen: es geht um die Collage/Symbolik, die alles, was in uns steckt, verbinden mag. Ohne das Feuer keine Eisengüsse, kein Löten von Metallen. Holz findet sich in den Arbeiten als ein weiches und zuverlässiges Material wieder oder zu Papier verarbeitet. Und zu allem berührt das Wasser die Dinge: es schmirgelt, es säubert, es kühlt ab, es verbindet die Farben, löst sie auf. Wasser ist der Inbegriff des Lebens. Tauchte doch die Sonne im Meer unter, um am nächsten Morgen strahlend wieder aufzutauchen.

In den Religionen hat es einen hohen Stellenwert. Oft wird die reinigende Kraft des Wassers beschworen, zum Beispiel im Islam in Form der rituellen Gebetswaschung vor dem Betreten einer Moschee, oder im Hindu-Glauben beim rituellen Bad im Ganges. „Am Anfang war das Wasser”, so steht es in der Schöpfungsgeschichte der Bibel. So gut wie jede Gemeinde im Judentum besitzt eine Mikwe, ein Ritualbad mit fließendem reinen Wasser, das oft aus einem tief reichenden Grundwasserbrunnen stammt, wenn Quellwasser nicht zur Verfügung steht. Nur wer sich vollständig untertaucht, wird rituell gereinigt.

Notwendig ist dies nicht nur für Frauen nach Menstruation oder Geburt, sondern auch für zum Judentum Bekehrte – ähnlich einer christlichen Taufe – oder bei orthodoxen Juden vor dem Sabbat und vor Feiertagen. Wie die Taufe für das Christentum ist Wasser das Urelement des Lebens. Es kommt zunächst als Quelle aus dem Schoß der Erde und steht für Fruchtbarkeit, Mutterschaft, Ursprung und Anfang einer unverbrauchten Reinheit. Danach erscheint das Wasser in der Bibel als Fluss. Die großen Ströme, Nil, Euphrat und Tigris als Lebensspender der großen Israel umgebenden Länder. Schließlich der Jordan, der Israel Leben gewährt. Zuallerletzt das Meer. Eine in seiner Majestät bestaunte Macht, aber auch gefürchteter Gegenpol zur Erde.

Was dahinter steckt?

Der Name deutet an oder macht in diesem Zusammenhang neugierig. Ich möchte anstoßen und die Besucher meiner Ausstellung entscheiden lassen, wo sie das versteckte Wasser erahnen. Ich möchte anregen, die Dinge vorsichtig zu berühren und einige Objekte bewusst neu zu stellen. Handgeschöpftes Papier, Sand, Kaffee, Pigmente aus Pflanzen, Steinen. Glas in Verbindung mit dem Eisen: Transparenz und Dichte. Das Archaische Erleben, der Ursprung zu uns mit uns. Sich zu fühlen, keine Scheu zu fragen, sich einzulassen - auch wenn nicht gleich Alles zu verstehen ist. Das macht nichts, wenn nur eine Neugierde noch nicht verloren ist oder man sie ungezwungen bespielen darf. So auch der Film, die Geräusche, die Stimme, die Musik, der Tanz, die Bewegung.

Ich freue mich ganz einfach darüber die Vielfältigkeit meines Denkens und Arbeitens zeigen zu dürfen und  Zusammenhänge begreiflich zu machen.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag täglich von 11 Uhr bis 18 Uhr und nach Vereinbarung!

 

Programm

28. Mai 2014 | Vernissage
Dr. Susanne Kähler (Berlin) wird über die Zusammenarbeit mit Lauchhamer und den Eisenarbeiten sprechen.
Künstlerin Ohiline: Kurzfassung über die Inhalte dieser Ausstellung
Freie musikalische Begleitung mit Rainer Marcus Wimmer (Karlsruhe)

4. Juni 2014 | 19.30 Uhr
Performance und Film Aufreis(s)en in Überarbeitung  
Malerei mit Philine

6. Juni 2014 | 19.30 Uhr
Lesung mit Kornelia Boje (Berlin) und Philine

13. Juni 2014 | 20.30UHR
DokuARTfilme von Philine

20. Juni 14 | 19.30 Uhr
Performance: mit Violine Zeynep (Karlsruhe/Istanbul)
Malerei mit Philine

Aktionen während der Ausstellungsdauer
Es wird ein Arbeitsplatz eingerichtet (fungiert als offenes Atelier während dieser Zeit).
Für 20.- kann ein Katalogbuch von 1999 mit einem Originalportrait oder einer Zeichnung direkt mitgenommen werden.

Künstlerinformationen

Zeynep Tekin (Violine)
war schon als Kind ein großes Geigentalent. Die gebürtige Istanbulerin bekam mit 8 Jahren ihren ersten Geigenunterricht bei Prfessor Ayhan Turan am türkischen Konservatorium für Musik. Bereits im Alter von 15 Jahren waren ihre ersten Konzerte im Orchester in Istanbul, Ankara und Izmir große Erfolge. 1985 erhielt sie vom Philharmonie-Verein Istanbul die Auszeichnung für hervorragende Leistungen.

Im selben Jahr bekam sie von der Musikhochschule Istanbul den Preis für die beste Schülerin des Jahres. Nach Ende ihres Studiums 1987 erfolgten zahlreiche Auftritte in Deutschland, der Schweiz, in der Türkei, in Amerika und in Frankreich. Neben ihrer Solokarriere arbeitete Zeynep Tekin am staatlichen Musikkonservatorium als Musiklehrerin. An der deutschen Spohr-Akademie setzte sie ihren Meisterkurs Violine unter der Anleitung von Professor Wolfgang Marschner fort. Heute wirkt sie bei verschiedenen Ensembles, unter anderem dem Bruchsaler Barock-Ensemble, und Musikperformance-Projekten mit.


Kornelia Boje,
Tochter des Photographen Dr. Walter Boje, arbeitet als Schauspielerin, Roman-, Feature- und Hörspiel-Autorin, Regisseurin, Synchronschauspielerin und Fotografin. Sie hatte Ausstellungen in München, Frankfurt a. M, Köln, Düsseldorf, Falkensee und war 2013 auf der Fair of Contemporary Art BERLINER LISTE mit ihren und den Arbeiten ihres Vaters vertreten. Theaterengagements: Kiel, Darmstadt, Zürich, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart. Ruhrfestspiele Recklinghausen. Mehrere Tourneen.

TV- und Filmrollen seit 1961, häufig in den Reihen "Der Kommissar", „Derrick",  „Der Alte", "Siska", "Ein Fall für Zwei" usw.  Die begehrte Hörbuchsprecherin sagt, dass es ihr das Mikrofon besonders angetan habe, denn schon im Alter von sieben Jahren übernahm sie beim damaligen NWDR Kinderrollen in Hörspielen. Kein Wunder, dass sie heute selbst auch welche schreibt. Als eine ihrer schönsten Synchronrollen bezeichnet sie die tapfere Indianerin „Steht mit einer Faust" in „Der mit dem Wolf tanzt".