Forum für Sport-geschichte

Ausstellung anlässlich des 32. Berlin Marathons

Vernissage am 21.09.2005, 18 Uhr | 21.09.2005 bis 10.10.2005

Zur Demonstration der engen Zusammengehörigkeit von Sport und Kultur.

32. Berlin Marathon

Ausstellungsinformationen

Die von Lukian in seinem Traktat "Über die Entgleisung bei Anreden" beiläufig mitgeteilte und nicht beweisbare Figur des heldenhaften Soldaten, der sein Leben bei der Verkündung des Sieges aushaucht, animierte Literaten und bildende Künstler zu zahlreichen Variationen über den "Läufer von Marathon".

In Deutschland erfolgte die Popularisierung der Marathonlegende insbesondere durch den Bildhauer Max Kruse (14.5.1854 - 29.1.1942). Kruse modellierte 1879 die Plastik "Siegesbote von Marathon", die er 1881 in der Akademie-Ausstellung in Berlin zeigte und damit den Rom-Preis und die Kleine Goldene Medaille gewann. Daraufhin erteilte die National-Galerie in Berlin den Auftrag zu einer Bronzefassung, die sich seit 1884 im Besitz der Berliner National-Galerie befindet. Eine weitere große Fassung entstand 1894/95 für das Dach (Westseite) des Theaters des Westens, wo sie seit einigen Jahren wieder aufgestellt worden ist. Die Beliebtheit des "Siegesboten" veranlasste die Fa. Gladenbeck (Berlin), ihn in diversen Größen als Replik zu verkaufen. Leicht abgewandelte Fassungen des "Siegesboten" erschienen bis heute auf unzähligen Sportmedaillen, Urkunden, Plaketten und Programmheften.

Der Berlin-Marathon bediente sich ebenfalls dieses klassischen Symbols bei seiner "Geburt" als Berliner Volksmarathon im Jahre 1974. In den Jahren 1988 bis 1994 beauftragte der Berlin-Marathon zeitgenössische Maler/innen für das Titelblatt der Programmhefte das Laufen künstlerisch darzustellen. Damit sollte die enge Zusammengehörigkeit von Sport und Kultur demonstriert werden.

Mit anderen Kunstwerken und Literaturen aus dem Sportmuseum Berlin, dem Forum für Sportgeschichte und dem SC Charlottenburg sowie verschiedenen Ankäufen entstand seit 1988 eine Galerie der "Lauf-Kunst", deren wichtigste Werke nach längerer Zeit wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden. Unter anderem wird auch das Porträt des amtierenden Weltrekordlers Paul Tergat von der Künstlerin Claudia Nebel (Wien) gezeigt; das Gemälde konnte 2004 mit Spenden erworben werden.